Geschichte

Das Klemens Maria Hofbauer Gymnasium Katzelsdorf

Das "Gymnasium der Redemptoristen" bzw. das nunmehrige "Klemens Maria Hofbauer Gymnasium" verdankt seine Existenz einer langen, dramatisch verflochtenen Vorgeschichte, die seiner Gründung im Jahre 1887 voraus ging. Sie soll an dieser Stelle nur kurz angeführt werden:

In Katzelsdorf an der Leitha bestand ein 1458 gegründetes Franziskanerkloster, das zweimal - 1532 und 1683 - von den Türken schwer heimgesucht worden war. Es war - wie damals viele andere Klöster - 1783 durch Kaiser Josef II. zur Aufhebung bestimmt worden. In seinen leer stehenden Räumen wurde zunächst eine Seidenfabrik eingerichtet; später (um 1840) führte der Wr. Neustädter Apotheker Ferdinand Wolfart eine Zeit lang einen Wirtshausbetrieb, jedoch aufgrund des Protestes der Bauern richtete er darin kleine Wohnungen ein und suchte das Gebäude zu verkaufen. 1856 ließ Erzherzogin Maria Theresia von Österreich d'Este, Gemahlin von Heinrich Graf von Chambord, des Besitzers von Schloß Frohsdorf, in der Pfarre Lanzenkirchen eine sog. Volksmission durch Redemptoristenpatres aus Wien halten. Der ungeheure Erfolg motivierte die fromme Stifterin schließlich zum Ankauf des desolaten Franziskanerklosters in Katzelsdorf zugunsten der Kongregation der Redemptoristen. Die Patres hatten nach dem Tod des Hl. Klemens Maria Hofbauer (+15. März 1820, Stadtpatron von Wien seit 1914) mit kaiserlicher Zulassung ihre erste klösterliche Niederlassung bei der Kirche Maria am Gestade in Wien 1. gegründet.

Das 1857 neugegründete Redemptoristenkolleg in Katzelsdorf wurde zunächst als Noviziatshaus für den Ordensnachwuchs bestimmt, sodann als Exerzitienhaus geführt, bis schließlich 1887 das erste Schuljahr des mit einem Juvenat verbundenen Privatgymnasiums der Redemptoristen mit 28 Schülern eröffnet werden konnte. Aus bescheidenen Anfangen entwickelte sich im Laufe der Geschichte trotz mancher Rückschläge und Widerstände das heutige Gymnasium, wie es sich in seiner äußeren Form präsentiert und durch seine innere weltanschauliche Ausrichtung qualifiziert.

So wurden vor allem nach dem 1. und 2. Weltkrieg in mehreren Bauphasen und unter großen finanziellen Opfern notwendige größere und zusätzliche Räume und Sportplätze für Schule und Internat geschaffen. 1933 wurde der Schule erstmals das Öffentlichkeitsrecht verliehen. 1937 erwarben die Redemptoristen von der Herrschaft Frohsdorf Grund und Boden mit allen zugehörigen Gebäuden.

Im Schicksalsjahr 1938 konnte erstmals in Katzelsdorf selbst (und nicht wie bisher am Staatsgymnasium in Wr. Neustadt) die Reifeprüfung abgehalten werden. Im selben Jahr noch mußte die Schule geschlossen werden; in den Schul- und Internatsräumlichkeiten quartierten sich bis 1. April 1945 Truppen des Fliegerhorstes Wiener Neustadt ein. Danach hausten die russischen Besatzungstruppen auf ihre Weise 14 Monate lang in den Schulgebäuden.

1946 konnte nach notdürftigen Instandsetzungsarbeiten wiederum mit einer ersten Klasse aufbauend begonnen werden, die 1955 zur ersten Matura nach dem Krieg antreten konnte. Das Öffentlichkeitsrecht war 1949 wiederum verliehen worden.

Die Schülerzahlen sind in den letzten Jahren ständig gestiegen. Ein vielfältiges Angebot an Unterrichtsfächern steht den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung. Ab dem Schuljahr 2007 wird das Bildungsangebot um ein ORG erweitert. Diese neue Oberstufe setzt einen psycho-sozialen und wirtschaftlichen Schwerpunkt, der schulautonom gestaltet wird. Die Ziele der Schulgemeinschaft, deren Trägerschaft seit August 1997 die ,,Vereinigung von Ordensschulen Österreichs" inne hat, werden in ihrer Verwirklichung durch die Zusammenarbeit mit der Ortsgemeinde Katzelsdorf und dem Redemptoristenkolleg sowie durch die Aktivitäten des Elternvereins und des Absolventenvereins (Zeitschrift "Leithawellen") tatkräftig unterstützt. Von den Prominenten unter den "Altkatzelsdorfern" soll stellvertretend für viele andere wenigstens einer genannt werden: der 1996 verstorbene Kammerschauspieler Josef Meinrad, der in den Jahren 1924/29 Schüler dieses Gymnasiums war, an dessen vergangene Zeiten er sich bei seinen gelegentlichen Besuchen - etwa beim "Klassentreffen" des Landesstudios NÖ. 1982 - gerne erinnerte. Zu seinem Gedenken wurde 1998/99 an der Klostermauer entlang der Landesstraße der "Josef Meinrad Brunnen" errichtet.

Text: P. Ferdinand Zahlner CSsR RIP,  Chronist, neu durchgesehen und aktualisiert von Mag. Johann Schwarzl

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